Wir kommen auf die Welt und staunen. Wir sehen, wir lauschen, wir spüren, wir schmecken, wir beginnen zu denken, wollen viel erfahren. Lernen. Fallen hin. Stehen wieder auf. Fallen nicht wieder hin. Wachsen. Basteln uns unser eigenes Leben zusammen. Spüren, wenn wir etwas tun, passiert etwas. Das vermittelt uns Kontrolle, Macht. Wir denken, wir halten die Zügel in der Hand.
Und auf einmal passieren lauter Dinge, die wir nicht wollten.
Andere tun Sachen, die uns weh tun.
Ziegel fallen von den Dächern, in dem Moment, als wir aus dem Haus treten.
Kontrolle wird zur Illusion.
Unser Herz setzt aus.
Wir sehen plötzlich nichts mehr.
Wichtiges verliert an Bedeutung.
Die Lichter gehen aus.
Die Liebe verschwindet.
Der Fahrstuhl bleibt stecken.
Ein Mensch aus unserer Nähe verliert sich am Horizont.
Alles geht zum Teufel.
Die eigene kleine Welt bricht zusammen wie ein Kartenhaus.

Und dann auf einmal die Fragen. Hey... wieso? Wieso ich? Wieso das? Wieso so? Habe ich das verdient? Was habe ich falsch gemacht? Hilfe. Hilfe!!!
Und dann werden die Gründe gesucht. Auf einmal ist da dieses Wort. Gott. Gott? Genau. Der ist an allem schuld. Ach Quatsch, wie kann es Gott geben, wenn es ihn gäbe, würde er das alles hier doch nicht zulassen, oder. Und überhaupt. Die Bibel wurde von Menschen geschrieben. Warum leiden denn die Tiere genauso wie wir, sie haben doch nichts getan. Fragen über Fragen. Unwissenheit.
Die Zeit des Wünschens beginnt.

Wann wachsen wir am meisten? In den Zeiten des Glücks? Wann hören wir wirklich zu? Wenn es uns gut geht? Wenn uns jemand anbrüllt? Nicht eher, wenn uns jemand leise zuflüstert, während es still um uns ist?

Wer ist nun Gott?
Er will nicht, dass wir uns ein Bild von ihm machen. Weil wir uns dann auf dieses Bild festlegen würden. Aber es gibt Möglichkeiten, ihn durch sein Tun zu erkennen. Er lebt. Lebendige sprechen. Er spricht.
Durch brennende Büsche eher weniger. Er flüstert viel lieber mit leiser Stimme. Er spricht durch gewöhnliche Dinge wie lachen oder Geplauder, Geschichten erzählen oder Liebe machen, Fischen, Tiere versorgen oder Mais pflanzen, Sport, Musik und Bücher, durch Kindererziehung... er ist an allen Orten, an denen Soße verspritzt und Gnade verteilt wird.

Die winzigsten Details unseres Lebens schaut er wie ein liebender Vater, wie eine liebende Mutter an. Er zeigt unsere Fotos bei den Engeln herum, die selber ein bißchen verödet sind. Ein Tag ohne uns ist ihm schon zuviel...

Das häufigste Versprechen der Bibel lautet: ICH BIN BEI EUCH.

Die grundlegende Botschaft der Bibel ist die Entwicklung eines Lebens mit Gott auf der Erde, in dessen Mittelpunkt die Person Jesus steht. Wer kann schon mit abstrakten Begriffen und Umschreibungen (wie: G.o.t.t.) etwas anfangen? Aber mit einer Liebe, die man durch einen Menschen spürt, kann man etwas anfangen.
Offensichtlich ist es möglich, das Gott einem viel näher ist, als man denkt. Möglicherweise sieht man ihn im Gesicht von jemandem, der seit Jahren der ärgste Feind ist. Seine Unterschrift zieht sich durch die ganze Milchstraße. Er schaut wie ein Vater, der zu Ostern Eier versteckt hat und lachend zusieht, wie das Kind ein Geschenk nach dem anderen findet. Er ruft uns laut zu: in der Stille einer Bergkette ist er zu sehen.

Aber wir hören oft nichts. Wir sind taub. Geistliches Wachstum ist die Erweiterung der Fähigkeit, Gottes Gegenwart in unserem Leben zu spüren. Leben im Augenblick. Alle Sorgen abgeben. Nichts mehr fürchten müssen. Geborgen sein. Vielleicht ist der Grund, dass Gott so leise spricht, dass wir gezwungen sind, ihm zuzuhören.
Manchmal wollen wir auch gar nicht, dass er uns nahe ist. Wir machen gerne böse Sachen. Nutzen andere Menschen aus. Hören nicht zu, denken nur an den eigenen Vorteil. Gehen an Menschen, die Hilfe bräuchten, vorbei. Lästern, stehlen, lügen. Schnappen anderen das, was sie am meisten lieben, vor der Nase weg.
Sagen: Pech gehabt, so ist das Leben.

Dabei ist es nicht mal nötig, große Dinge zu tun. Man kann den kleinen Eierkuchen in der Pfanne auch aus Liebe zu Gott umdrehen.
Der jetzige Augenblick birgt unendlich viele schöne Dinge. Doch wir werden sie nur so weit erleben, wie unsere Liebe und unser Glaube reichen. Wenn man Gott in den kleinsten und profansten Dingen entdecken kann, ebenso in den größten, so hat man einen besonders starken Glauben.
Warum geschieht all das Leid auf der Welt? Das ist immer die erste Frage.
Liebe entsteht nur aus Freiheit. Wir haben die Freiheit bekommen, damit wir die Wahl haben. Selber entscheiden können ob wir lieben wollen oder nicht. Obwohl ich persönlich es gar nicht mehr so als Wahl betrachten kann. Wir haben die Freiheit, die ein Fisch hat: entweder er entscheidet sich fürs Wasser oder fürs Land, auf dem er sterben würde, früher oder später...

 

 

 

Deshalb ist es gut, einmal zu sterben

 

um für immer zu leben

 

 
Taufe Taufe  

 

Hier gehts in die richtige Richtung, raus aus Verlorensein, Leere und Dunkelheit. Bitte dem Pfeil ins Licht folgen.

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